Der Brief kommt, und plötzlich kostet Dein Zahnschutz mehr. Vielleicht sind es nur einige Euro im Monat. Trotzdem stellt sich eine berechtigte Frage: Passt der Vertrag noch, oder gibt es eine bessere Lösung? Eine Beitragserhöhung ist ein guter Anlass, den Nutzen neu zu prüfen. Sie liefert allein aber noch keinen guten Grund, einen passenden Schutz vorschnell aufzugeben.

Für die Entscheidung brauchst Du drei Dinge: den Anlass der Änderung, den tatsächlichen Unterschied in Deinem Budget und einen Vergleich mit realistischen Alternativen. Dabei zählt nicht nur der neue Monatsbeitrag. Dein vorhandener Zahnstatus, bisherige Vertragsrechte und mögliche Anfangsgrenzen eines neuen Tarifs können ebenso wichtig werden. Hier erfährst Du, wie Du aus dem Ärger über den Brief eine sachliche Auswahl machst.

Finde heraus, warum Dein Beitrag steigt

Nicht jede Erhöhung hat denselben Hintergrund. Dein Vertrag kann beispielsweise einen höheren Beitrag beim Erreichen einer vereinbarten Altersstufe vorsehen. Daneben kann eine Anpassung aufgrund veränderter Kalkulationsgrundlagen erfolgen. Vielleicht wurde auch der Schutz auf Deinen Wunsch erweitert. Diese Fälle solltest Du auseinanderhalten, bevor Du nach einer Alternative suchst. Die Begründung steht im Änderungsschreiben und in den dazugehörigen Vertragsregeln. Wenn sie Dir nicht verständlich ist, bitte Deinen Versicherer um eine Erklärung für genau Deinen Tarif.

Eine Altersstufe ist grundsätzlich etwas anderes als eine nachträgliche Anpassung eines bisher vereinbarten Beitragsniveaus. Bei der Altersstufe schaust Du auf den vertraglich vorgesehenen Verlauf und mögliche weitere Stufen. Bei einer Anpassung interessiert Dich, auf welche Klausel sich der Versicherer beruft und welche Änderung er mitgeteilt hat. Dein eigener Leistungsfall ist dabei nicht automatisch die Begründung. Leite aus einer kürzlich eingereichten Rechnung keine vermeintliche persönliche Bestrafung ab. Maßgeblich ist die tatsächlich erklärte Grundlage.

§ 203 Absatz 2 Versicherungsvertragsgesetz betrifft Verträge, bei denen das ordentliche Kündigungsrecht des Versicherers gesetzlich oder vertraglich ausgeschlossen ist. Bei einer nicht nur vorübergehenden Änderung der Versicherungsleistungen oder Sterbewahrscheinlichkeiten als maßgeblichen Rechnungsgrundlagen kann danach eine Neufestsetzung unter den gesetzlichen Voraussetzungen erfolgen. Der unabhängige Treuhänder muss die technischen Berechnungsgrundlagen überprüfen und zustimmen. Absatz 5 knüpft die Wirksamkeit an die Mitteilung der Neufestsetzung samt maßgeblicher Gründe und den dort genannten Zeitpunkt. Ob Dein Schreiben diese Voraussetzungen erfüllt, ist eine konkrete Rechtsprüfung; aus der höheren Prämie allein lässt sich das nicht beurteilen.

Halte aus dem Schreiben den alten Beitrag, den neuen Beitrag und den vorgesehenen Beginn fest. Notiere auch, ob sich Leistungen oder Selbstbehalte ändern. Damit ist die Grundlage für Deine Auswahl schon überschaubar. Wenn Du nur den höheren Bankeinzug siehst, fehlen diese Zusammenhänge. Eine kurze Nachfrage zum Anlass kann viel klären, ohne dass Du Dich durch die gesamte Versicherungswirtschaft arbeiten musst. Du möchtest verstehen, was sich bei Deinem Schutz und Deinem Budget tatsächlich verändert.

Rechne die Erhöhung in Dein Jahresbudget um

Der monatliche Unterschied fühlt sich manchmal größer oder kleiner an, als er auf das Jahr wirkt. Rechne deshalb beides aus. Ein rein fiktiver Vertrag steigt von 24 auf 29 Euro im Monat. Das sind 5 Euro mehr und damit 60 Euro zusätzlicher Beitrag im Jahr. Der Jahresbeitrag erhöht sich von 288 auf 348 Euro. Diese Zahlen sagen noch nichts über die Angemessenheit des Vertrags. Sie zeigen aber, welchen Betrag Du durch eine Alternative überhaupt einsparen könntest.

Vergleiche diese mögliche Ersparnis mit einer tatsächlich passenden Alternative. Wenn ein anderes angenommenes Angebot 27 Euro kostet, läge der Unterschied zum erhöhten Beitrag bei 2 Euro monatlich, also 24 Euro jährlich. Das ist eine andere Entscheidung als eine große dauerhafte Entlastung. Dafür könnten sich bei einem Wechsel neue Annahmefragen oder andere Leistungsgrenzen ergeben. Eine kleine Ersparnis kann sinnvoll sein, sollte aber nicht ungeprüft gegen einen bewährten Schutz eingetauscht werden. Bewährt heißt dabei nicht automatisch besser; die Vertragsunterschiede müssen sichtbar sein.

Achte darauf, den richtigen Gesamtbeitrag zu vergleichen. Bei mehreren Bausteinen kann ein Schreiben nur einen Teil betreffen. Ein günstigerer Zahnersatzbeitrag ist kein vollständiger Vergleich, wenn der ergänzende Zahnbehandlungsschutz im neuen Angebot zusätzlich kostet. Ebenso können unterschiedliche Zahlungsweisen die Darstellung verändern. Nutze für beide Angebote denselben Zeitraum und denselben Leistungsumfang. Sonst entsteht eine Ersparnis auf dem Papier, die sich bei der vollständigen Kombination wieder auflöst.

Für die nächsten Jahre darfst Du bekannte Altersstufen einbeziehen. Unbekannte künftige Anpassungen solltest Du dagegen nicht als sichere Entwicklung ausrechnen. Ein alternativer Anbieter kann ebenfalls Beiträge verändern, wenn die dafür geltenden Voraussetzungen erfüllt sind. Auch ein Tarif mit Alterungsrückstellungen ist deshalb keine Garantie für einen unveränderten Beitrag. Die ehrliche Rechnung trennt den heute bestätigten Verlauf von unsicheren Annahmen. Das macht sie brauchbarer als eine vermeintlich präzise Prognose über Jahrzehnte.

Prüfe, welchen Wert Dein vorhandener Vertrag noch hat

Eine höhere Prämie verändert zunächst den Preis, nicht automatisch den Nutzen. Frage deshalb, welche wesentlichen Risiken Dein Vertrag abdeckt und ob diese Leistungen weiterhin zu Deinem Bedarf passen. Vielleicht hast Du inzwischen andere Vorstellungen von Zahnersatz. Vielleicht ist Dein Budget enger geworden. Vielleicht war Dir eine Zusatzleistung beim Abschluss wichtig, die Du heute kaum noch brauchst. Solche Veränderungen sind ein sinnvoller Anlass, den Umfang neu zu bewerten. Sie müssen aber anhand des konkreten Vertrags betrachtet werden.

Besonders wichtig ist Dein aktueller Zahnstatus. Ein Vertrag, den Du vor Jahren abgeschlossen hast, besteht unter anderen Voraussetzungen als ein heute neu beantragter Schutz. Ein neuer Anbieter beurteilt Deinen Antrag anhand seiner Fragen und Bedingungen. Bereits bekannte Empfehlungen oder fehlende Zähne können bei der neuen Auswahl relevant sein. Daraus folgt keine pauschale Aussage, dass ein Wechsel ausgeschlossen wäre. Es bedeutet lediglich, dass Du einen neuen Beitrag erst dann als Alternative bewerten kannst, wenn Annahme und Leistungsumfang geklärt sind.

Schau auch auf Zeitgrenzen. Vielleicht hast Du die Anfangsphase Deines bestehenden Tarifs bereits hinter Dir. Beim neuen Angebot muss geprüft werden, ob eine neue Staffel oder Wartezeit gilt und ob eine Vorversicherung berücksichtigt wird. Ein neuer Vertrag mit einer höheren dauerhaften Quote kann vorübergehend weniger bieten. Wenn ein Wechsel gerade wegen eines größeren Kostenrisikos interessant erscheint, ist diese Übergangsphase entscheidend. Die schönere spätere Leistungstabelle allein reicht dafür nicht.

Bewerte den bisherigen Vertrag weder aus Gewohnheit noch aus Ärger. Eine Erhöhung kann tragbar sein, wenn der Schutz weiterhin gut zu Dir passt. Sie kann ebenso ein Hinweis sein, dass Du den Umfang reduzieren oder eine Alternative prüfen solltest. Hilfreich ist eine einfache Gegenüberstellung: Welche wesentliche Leistung würde Dir beim Wegfall fehlen, und welchen Eigenanteil könntest Du selbst übernehmen? Damit wird die Frage nach dem Beitrag wieder an Deinen tatsächlichen Bedarf gekoppelt.

Frage nach einer sinnvollen Anpassung beim bisherigen Anbieter

Bevor Du den Vertrag ganz aufgibst, kannst Du nach einer Alternative innerhalb des bestehenden Versicherers fragen. Vielleicht gibt es einen anderen Tarif oder einen geringeren Umfang, der Deine wichtigsten Risiken weiterhin abdeckt. Lass Dir dabei nicht nur einen niedrigeren Beitrag nennen. Du brauchst eine klare Erklärung, welche Leistungen entfallen, welche Grenzen neu hinzukommen und welche Rechte erhalten bleiben. Eine Beitragsentlastung ist erst dann verständlich, wenn ihr Gegenwert sichtbar wird.

§ 204 Versicherungsvertragsgesetz regelt unter bestimmten Voraussetzungen den Wechsel in andere Tarife mit gleichartigem Versicherungsschutz beim bisherigen Versicherer. Dabei sind erworbene Rechte und Alterungsrückstellungen nach der gesetzlichen Regel zu berücksichtigen. Für höhere oder zusätzliche Leistungen können weitere Voraussetzungen entstehen, etwa ein Ausschluss, ein Risikozuschlag oder insoweit eine Wartezeit. Die konkrete Möglichkeit muss zu Deinem Vertrag passen. Aus dem Gesetz folgt keine beliebige freie Umgestaltung jedes gewünschten Leistungsmerkmals.

Wenn Du Schutz reduzieren möchtest, konzentriere Dich auf das, was Dir künftig fehlen würde. Eine kleinere Leistung für Zahnersatz kann Deinen Beitrag entlasten, aber auch einen deutlich höheren Eigenanteil lassen. Eine gestrichene Vorsorgeleistung wirkt anders. Lasse dieselbe angenommene Rechnung mit dem bisherigen und dem vorgeschlagenen Umfang erklären. So erkennst Du den Unterschied unmittelbar. Der günstigere Tarif sollte Dein Budgetproblem lösen, ohne dass Du seine wichtigsten Folgen erst bei einer Rechnung entdeckst.

Frage auch, ob eine spätere Rückkehr zum bisherigen Umfang unter neuen Voraussetzungen stünde. Du solltest nicht davon ausgehen, dass eine heute aufgegebene Leistung jederzeit problemlos wieder ergänzt werden kann. Die Antwort gehört zur konkreten Änderungsmöglichkeit. Wenn die Entlastung nur kurzfristig gebraucht wird, kann gerade dieser Punkt entscheidend sein. Eine kleine Prämienersparnis ist weniger attraktiv, wenn Du einen für Dich wichtigen Schutz später nur mit zusätzlichen Einschränkungen zurückerlangen könntest.

Ordne Dein Kündigungsrecht richtig ein

Bei einer Prämienerhöhung aufgrund einer Anpassungsklausel oder einer Leistungsminderung nennt § 205 Absatz 4 VVG eine Kündigung innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung, zum vorgesehenen Wirksamkeitszeitpunkt. Der Anker ist hier der Zugang des Schreibens. Das ist keine pauschale Frist für jede denkbare Erhöhung. Ordne zuerst den erklärten Änderungsgrund ein und halte Zugang sowie Wirksamkeitsdatum auseinander. Wenn Du kündigen möchtest, muss die Erklärung zu diesem tatsächlichen Vorgang passen; ein Datum auf einer Werbeseite ersetzt den Zugang bei Dir nicht.

Für eine Erhöhung beim Wechsel in eine vereinbarte Altersgruppe gilt die andere Regel in § 205 Absatz 3: Innerhalb von zwei Monaten nach der Änderung kannst Du zum Zeitpunkt ihres Wirksamwerdens kündigen, wenn sich durch die Änderung die Prämie erhöht. Der Fristanker ist hier die Änderung, nicht automatisch der frühere Brief. Prüfe deshalb, ob Dein Schreiben eine Altersstufe oder eine Anpassungsklausel beschreibt. Wer beide Fälle in dieselbe Brief-Frist steckt, könnte seine Entscheidung auf den falschen Zeitpunkt stützen. Bei unklarer Zuordnung lässt Du den tatsächlichen Auslöser gezielt erklären.

Das Kündigungsrecht beantwortet allerdings nicht die Frage, ob Kündigen Deine beste Entscheidung ist. Wenn Du weiter Zahnzusatzschutz möchtest, solltest Du den neuen Vertrag vor dem Ende des bisherigen Schutzes verlässlich klären. Eine Anfrage oder ein ausgefüllter Antrag ist noch keine Annahme. Prüfe außerdem den tatsächlichen Leistungsbeginn und die neue Behandlungssituation. Einen bestehenden Vertrag zu beenden ist leicht; einen gleichwertigen Anschluss mit Deinem heutigen Zahnstatus zu bekommen, kann eine eigene Aufgabe sein.

Bei einer laufenden oder bereits angekündigten Behandlung braucht es zusätzlich eine Auskunft zu den Folgen des Vertragsendes. Unterstelle weder, dass nach dem Ende niemals noch eine Rechnung erstattet werden könne, noch das Gegenteil. Der zeitliche Versicherungsfall und die konkrete Vertragsregel sind entscheidend. Wenn es hier um hohe Kosten geht, sollte die Antwort auf Deinen tatsächlichen Verlauf bezogen sein. So vermeidest Du, dass eine berechtigte Reaktion auf eine Erhöhung an einer anderen Stelle eine größere Lücke schafft.

Triff die Entscheidung anhand echter Alternativen

Für Deine Auswahl bleiben drei nachvollziehbare Wege. Du kannst den bisherigen Vertrag behalten, wenn Schutz und neuer Beitrag weiterhin passen. Du kannst eine konkret angebotene interne Änderung wählen, wenn sie Deine wichtigsten Bedürfnisse mit einem tragbareren Beitrag verbindet. Oder Du kannst einen Wechsel prüfen, wenn ein angenommenes neues Angebot insgesamt besser zu Deiner Situation passt. Diese Wege lassen sich vergleichen, sobald Leistungsumfang, Anfangsregeln und tatsächliche Kosten klar sind.

Ein guter Wechselgrund ist mehr als die niedrigste Startprämie. Vielleicht bietet eine Alternative den von Dir gewünschten Schutz verständlicher oder schließt eine bislang wichtige Lücke. Vielleicht sinkt der Gesamtbeitrag bei vergleichbarem Umfang spürbar. Umgekehrt kann Behalten sinnvoll sein, obwohl ein anderes Angebot etwas günstiger erscheint. Wenn eine bekannte Behandlung bei einem neuen Vertrag nicht ausreichend abgesichert wäre, kann der bestehende Schutz einen besonderen Wert haben. Die Entscheidung sollte diese Wirkung sichtbar berücksichtigen.

Wenn Dein Budget den neuen Beitrag nicht mehr trägt, benenne das im Beratungsgespräch offen. Dann geht es um eine tragbare Lösung und nicht um einen Wettbewerb möglichst umfangreicher Tarife. Du kannst prüfen, welche Risiken Du unbedingt absichern möchtest und welche Kosten Du eher selbst tragen würdest. Eine reduzierte Absicherung sollte bewusst gewählt werden. Sich bei jeder Rechnung erneut über fehlende Leistungen zu ärgern, hilft weder Deinem Budget noch Deiner Entscheidung.

Bewahre das Erhöhungsschreiben und die entscheidende Auskunft auf. Deine Wahl lässt sich in wenigen Sätzen begründen: Welcher Schutz bleibt Dir wichtig, was kostet er jetzt und welchen tatsächlichen Vorteil bietet die geprüfte Alternative? So kannst Du bei einer weiteren Änderung an dieselben Kriterien anknüpfen.

Frage passende Alternativen für Dein heutiges Budget an

Auf zahnzusatzversicherung-angebote.de kannst Du Angebote für Deinen gewünschten Zahnzusatzschutz anfragen. Kläre im anschließenden Gespräch den vorhandenen Vertrag, Deinen heutigen Zahnstatus und das Budget, das Du dauerhaft tragen möchtest. Lasse einen möglichen Anschluss mit dem bisherigen Schutz vergleichen, bevor Du kündigst. Ein neues Angebot muss individuell zu Deiner Situation passen; eine Ersparnis oder Annahme wird durch die Anfrage nicht garantiert.

Welche Zahnzusatzversicherung passt zu Deinem Bedarf?

Beschreibe Deine Ausgangslage und die Leistungen, die Dir wichtig sind. So kann Deine Anfrage passend eingeordnet werden.

Angebote anfragen